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Interview

Jung, frisch, flexibel und wirtschaftsnah - eine Hochschule mit starkem Profil

Dr. Tilman Eichstädt, Professor an der bbw Hochschule und Global Vice President bei HelloFresh - im Gespräch über ein praxisbezogenes Studienmodell das funktioniert

Ein Interview mit Prof. Dr. Tilman Eichstädt

Sie sind Professor für Logistik und Supply Chain Management an der bbw Hochschule und gleichzeitig Global Vice President bei HelloFresh - passt das zusammen?

Dr. Tilman Eichstädt: Sogar perfekt. Es gibt mehrere Professoren und Lehrbeauftragte an unserer Hochschule, die eng mit der Wirtschaft vernetzt sind. Das ist auch eins der Berufungs- und Einstellungsprinzipien. Für uns als Hochschule der Wirtschaft ist Wirtschaftsnähe entscheidend und ein Erfolgsfaktor des bbw. Wir entwickeln mit Beteiligung der regionalen Wirtschaft unsere Studiengänge, laden Experten aus unseren Partnerfirmen zu Gastvorlesungen, führen regelmäßig Exkursionen durch, nutzen unsere Erfahrungen aus der Praxis und setzen anwendungsbezogene Forschungsprojekte mit Unternehmen um.

Aber ist es nicht extrem anstrengend, mit beiden Jobs in so dynamischen Arbeitswelten unterwegs zu sein?

Dr. Tilman Eichstädt: Natürlich. Leicht ist es nie. Aber ich bin Logistiker und das gibt ein gutes Verständnis für die Anforderungen auf beiden Seiten - am Ende profitiert die Hochschule von meiner Praxiserfahrung und HelloFresh von meiner Forschungs- und Lehrtätigkeit.

Was unterrichten Sie?

Dr. Tilman Eichstädt: Vor allem Logistik und Supply Chain Management. Ohne Erfahrung aus dem Unternehmensalltag könnte ich den Studierenden natürlich nicht halb so anschaulich vermitteln, wie Unternehmen Entscheidungen treffen. So wird ihnen klar, dass jemand, der z.B. Autoteile verkauft, andere Überlegungen anstellen muss, als unsere Einkaufs- und Auslieferungsteams, die in einem Frischwarenversand arbeiten und bei HelloFresh die Vision hegen, Menschen eine gesunde Ernährung mit rezeptgenauen Lieferungen topfrischer Zutaten zu ermöglichen. Außerdem unterrichte ich Einkaufs- und Verhandlungsmanagement im Masterstudium, da kann ich meine Praxiserfahrung aus hunderten Einkaufsverhandlungen bestens einbringen.

Auch das Unternehmen profitiert von diesem Jobmodell. Dort gibt es zwar in allen Positionen hervorragend ausgebildete, versierte Mitarbeiter/-innen, aber meine fachliche Expertise ist trotzdem häufiger gefragt. Und nicht jeder kennt die Trends aus der Logistik-Forschung so genau... Denn, während die Wirtschaft der Zukunft mit wachsenden Unsicherheiten umgehen lernen muss, sind wir Logistiker dafür da, Verlässlichkeiten zu schaffen.

Seminar in einer Gruppe berufsbegleitend Studierender
Seminar in einer Gruppe berufsbegleitend Studierender künftiger Wirtschaftswissenschaftler mit der Spezialisierung Handelsmanagement an der bbw Hochschule (Foto: bbw Marketing)

Wie kann eine Hochschule die Studierenden denn überzeugend auf die sich wandelnden Arbeitswelten vorbereiten?

Dr. Tilman Eichstädt: Das wichtigste ist, dass wir den Studierenden aufzeigen, wie wissenschaftliche Theorie und wirtschaftliche Praxis verknüpft werden können. Auch wenn sich in der Praxis viel verändert, theoretische Grundlagen sind meist stabil. Vieles, was heute unter agilem Projektmanagement als neu angepriesen wird, finden Sie z.B. schon im PDCA-Ansatz des "Demmingkreises". Die Studierenden müssen solche Konzepte kennenlernen und erarbeiten, wie sie in der Praxis angewandt werden. Die bbw Hochschule hat die Voraussetzungen dafür engagiert geschaffen - mit einem attraktiven Studienangebot, Kooperationen mit Unternehmen und Hochschulen aus dem In- und Ausland und einer verbesserten technischen Ausstattung.

Denn auch Professoren sind manchmal jung und brauchen das Geld?

Dr. Tilman Eichstädt: Sicher ist das auch ein Aspekt. Aber die meisten Lehrkräfte behalten ihr Engagement in der Wirtschaft gern parallel und bauen es sogar aus. Wir sehen uns als Wissenschaftler und Lehrende, die sich fachlich weiterentwickeln und keinen Zug verpassen wollen. Auch der Theorie-Praxis-Test ist ein wichtiges Motiv. Fachhochschulen müssen Brücken zwischen Theorie und Praxis schaffen, das ist ihre Aufgabe.

Wie viele Studiengänge gibt es aktuell?

Dr. Tilman Eichstädt: Dreiundzwanzig Studiengänge. Sie enthalten überwiegend branchenbezogene Spezialisierungen und Wahlbereiche - die eng am Bedarf der regionalen Wirtschaft und gemeinsam mit Vertretern aus den jeweiligen Branchenverbänden und Firmen (Beiräte) entwickelt wurden. Darunter sind auch Neuentwicklungen von innovativen Spezialisierungsrichtungen oder Wahlbereichen wie "Industrie 4.0" oder "Green Business" in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. Und neue Bachelor- und Masterprogramme in englischer Sprache. Sie setzen auch internationale Akzente in der Hochschullandschaft der Region und finden schon erstaunlich viele Bewerber/-innen aus der ganzen Welt. Dazu gehören die Masterstudiengänge: "Management of Creative Industries", "International Technology Transfer Management" oder "Business Administration".

Unsere Internationals beim Festival of Lights während der Welcome Days
Unsere Internationals beim Festival of Lights während der Welcome Days (Foto: bbw Marketing)

Gibt es auch studienorganisatorisch Angebote, die den Studierenden helfen, die Brücken in die berufliche Praxis zu schlagen?

Dr. Tilman Eichstädt: Hier gibt es viel zu sagen. Vor allem, dass unsere Studiengruppen relativ klein und damit optimal fürs Studieren sind. Die Studierenden sind sehr zufrieden mit der Studienatmosphäre. Sie studieren recht flexibel mit 25 % Blended Learning-Angeboten. Alle Vorlesungen sind so getaktet, dass Studierende ihr Studium in der Regelstudienzeit abschließen können und nebenbei Zeit haben zu arbeiten. Das unterstützen wir. Während meine Studierenden natürlich durchaus kurzzeitig auch mal bei Rewe an der Kasse sitzen sollten, motivieren wir zu fachlich passender Arbeit, parallel zum Studium. Auch die Praktika in den Vollzeitstudiengängen zählen dazu. Davon gibt es zwei. Eins mehr als an den meisten staatlichen Hochschulen. Sie können weltweit stattfinden und helfen, den Studierenden, sich auf die richtigen Berufseinstiegsstellen zu orientieren. So genannte "Klebeeffekte" gibt es dabei auch sehr häufig.

Sind die Studierenden zuversichtlich für die Zukunft?

Dr. Tilman Eichstädt: Bei mir in den Bereichen Logistik, Supply Chain Management und Handel passiert grade sehr viel in der Wirtschaft und dank dieser Dynamik bieten sich sehr viele neue Chancen. Da freuen sich viele Studierende drauf.

Trotz der angesprochenen Unsicherheiten, die die Digitalisierung, die Ökologie etc. mitbringen werden?

Dr. Tilman Eichstädt: Ja. Es weiß zwar niemand, welche Entwicklungen die Megatrends in der Wirtschaft auslösen, aber Umbrüche bringen auch immer Chancen. Natürlich hilft der Austausch von Wissenschaftlern an unserer Hochschule auch, sich klarer zu werden, wo die Entwicklungen hingehen. Zum Beispiel führen wir Fachworkshops, Symposien, Recruiting Days und Fachtagungen durch, wie vor ein paar Tagen unter Beteiligung der bbw Hochschule zum Thema "Industrie 4.0 und die berufliche Aus- und Weiterbildung" im Berliner Haus der Wirtschaft. Hier zeigte sich, dass es selbst in großen, namhaften Unternehmen erst allmählich damit voran geht. Es gibt noch viele Insel-Projekte und häufig noch keine erfolgreiche Integration in die Kerngeschäftsbereiche. Daher bleibt es wichtig, die Trends im Blick zu behalten und die Studierenden an die neuen Techniken und Technologien heranzuführen.

Wie läuft das?

Dr. Tilman Eichstädt: Wir gehen mit unseren Studierenden verstärkt in den Dialog. Dafür kommt uns zugute, dass auch wenn alle kommen, selten mehr als 20 Studierende einer Gruppe im Raum sitzen. Wir arbeiten intensiv mit Case Studies aus unserer Praxis oder aus den Praktikumserfahrungen der Studierenden. Das sind in der Logistik z.B. Analysen, Bewertungen und Ableitungen von Strategien und Handlungsplänen. Hier sind natürlich die berufsbegleitend Studierenden oder welche mit fachlichem Hintergrund - z.B. von der Bundeswehr und die Masterstudierenden - am stärksten. Von der Fallarbeit und den Exkursionen zu Unternehmen aller Entwicklungsstufen und Größenordnungen wie SAP, Daimler, Upcycling oder Uber profitieren die Studierenden sehr.

Blick auf die Dachterrasse der bbw Hochschule
Blick auf die Dachterrasse der bbw Hochschule - sie ist ein beliebter Pausenort. Hier gibt es eine Kantine, die von einem ehemaligen Studierenden geführt wird, mit abwechslungsreichen Snacks und gesundem Essen (Foto: bbw Marketing)

Organisieren die Studierenden die Exkursionen oder die Professoren?

Dr. Tilman Eichstädt: Überwiegend die Professoren. Auch dafür ist ihre gute Vernetzung in die Wirtschaft vorteilhaft. Wo wir das aus eigener Kraft nicht können, greifen wir auf einen Pool von rund 200 Unternehmen zu, die langjährige Partner, z.B. als Praktikumsgeber sind oder Vertreter in unsere Beiräte schicken. Wir haben zuletzt aber auch auf Initiative eines Studierenden hin, eine Exkursion zur Cemex nach Rüdersdorf gemacht. Das ist eines der größten Zementwerke Europas - hochautomatisiert - sehr beeindruckend.

Ganz uneigennützig geschieht das doch bestimmt nicht, oder?

Dr. Tilman Eichstädt: Natürlich nicht. Die eine Firma freut sich über die Aufmerksamkeit, die andere sucht vielleicht gerade einen Werkstudenten oder Trainee. Aber das ist doch in Ordnung. In jedem Fall sind die Exkursionen für die Studierenden völlig freiwillige, meist sehr gut besuchte, kosten-, aber auch nie ganz mühelose Anregungen, denn man kann schließlich viel fragen und erfahren. Für die Studierenden ist natürlich jeder Firmenbesuch eine Gelegenheit, sich einen potentiellen künftigen Arbeitgeber genauer anzusehen. Das haben viele schon verstanden und nutzen ihre Chancen. Und sei es, um herauszufinden, welche Kompetenzen sie für bestimmte Jobs bräuchten.

Welche Kompetenzen sehen Sie als wichtig für die Zukunft an?

Dr. Tilman Eichstädt: Aus dem Fachbereich der Logistik kann ich sagen, dass die Studierenden, die sehr gute fachliche Kompetenzen haben, auch zuerst als gute Bewerber wahrgenommen werden. Sie brauchen aber zunehmend interdisziplinäres Know-how - vor allem IT-Zusatzwissen. Sie müssen ein tiefes Verständnis für die Komplexität von Geschäftsprozessen entwickeln. Und sie müssen lernen, damit umzugehen, dass sich die Systeme zunehmend verzahnen werden, die sie dann vereinfachen müssen, um sie effektivieren zu können. Und das wird ohne IT-Know-how künftig kaum noch möglich sein. Das vermitteln wir unseren Studierenden. Aber auch, dass der Handel, Verkehrs- und Logistikbetriebe händeringend in Berlin und Brandenburg akademisch gut ausgebildeten Fach- und Führungskräftenachwuchs suchen. Insofern sehe ich keinen Grund zur Panik. In der Region gibt es so gute Chancen zum Berufseinstieg wie lange nicht. Dennoch sollte unseren Studierenden auch bewusst werden, dass es in ihrem Berufsleben besonders auf Lernbereitschaft, Offenheit, Mehrsprachigkeit und Teamfähigkeit ankommt.