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Toxic Lunch: Der Branchentalk an der bbw Hochschule

Toxic Lunch mit Prof. Buller und Frau Glahr
Marie-Luise Glahr zu Gast beim Toxic Lunch von Prof. Dr. Buller

Am 27. August 2020 stellte sich Marie-Luise Glahr von der Bürgerstiftung Postdam, einer von gut 400 Bürgerstiftungen in Deutschland, unter dem Motto "Lebe Deine Stadt" im Toxic Lunch der bbw Hochschule einem Gespräch über Gemeinwohl und Solidarität in einer Zeit besonderer Herausforderungen. Die gebürtige Stuttgarterin Marie-Luise Glahr studierte Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in München und Berlin. Bis zum Jahr 2012 war sie als Anwältin im Erb- und Stiftungsrecht tätig und leitet heute als Vorsitzende gemeinsam mit ihrem Anwalts- und Vorstandskollegen Felix Müller-Stüler die Geschicke der Bürgerstiftung Potsdam.

Auszug aus dem Toxic Lunch vom 27. August 2020:

Buller: Guten Tag, Frau Glahr. Nach der Gründung im Jahr 2010 ging es im Jahr 2011 durch die Anerkennung so richtig los mit der Bürgerstiftung Potsdam. Welchen Themen und Projekten widmen Sie sich in ihrer tagtäglichen Arbeit?
Glahr: Die Bürgerstiftung ist eine Stiftung von Bürger*innen der Stadt für ihre Bürger*innen. Sie ist eine offene Mitmach-Stiftung, die allen Menschen eine Plattform bietet, die sich für ihre Stadt und das Gemeinwohl einsetzen möchten. Die Bürgerstiftung Potsdam setzt dabei viele Projekte um, beispielsweise für Nachhaltigkeit und Umweltschutz mit PotsPRESSO, "Bienenwiese - Umwelt macht Schule", für Senioren mit dem "Bürgermobil", für Integration mit "Angekommen in Potsdam" und "Buntes Essen", aber auch für ein freundliches Miteinander durch "Potsdam wichtelt".

Buller: Als ich Sie in unserem Vorgespräch bat, mir ein Motto zu nennen, da antworteten Sie ziemlich rasch: "Lebe Deine Stadt!". Stellt dieses Motto auch den Impuls der Gründung dar? Und was macht Ihre Arbeit so besonders?"
Glahr: Neben der kommunalen Daseinsfürsorge bleiben viele Lücken im gesellschaftlichen Miteinander. Diese gilt es zu sehen und mit Leben zu füllen. Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft am Laufen hält und lebenswert macht. Neben dem jeweiligen primären Anliegen zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen in einer Stadt, geht es insbesondere darum, Gemeinschafts- und Wir-Gefühl zu erleben und zu verstärken. Es geht ebenfalls darum, aus dem negativen Blick auf die Defizite, aus der destruktiven Hilfs- oder Antriebslosigkeit in die konstruktive Mitgestaltung zu kommen. Bei jedem Projekt steht im Mittelpunkt, die Menschen anzusprechen, sich für ihre Stadt und das Gemeinwesen einzusetzen und mitzugestalten. Sekundäres Ziel ist immer die Herstellung von mehr Gemeinschaftsgefühl.

Buller: Wie kommt das in Potsdam an? Wie wird die Bürgerstiftung wahrgenommen?
Glahr: Die Bürgerstiftung tritt zunehmend ins Licht der Öffentlichkeit als Institution, die die stadtübergreifenden, wichtigen Themen identifiziert, Dialoge ins Rollen bringt, für Bürgerinteressen spricht und mit einer gewissen Leichtigkeit und Hartnäckigkeit Lust macht auf ehrenamtliche Mitgestaltung des Stadtlebens.

Buller: Neben Ihnen und Ihrem Kollegen stehen ja tagtäglich viele Helfer*innen für die Bürgerstiftung ein. Was motiviert Sie und Ihre Mitarbeiter*innen?
Glahr: Es gibt viele Themen, die wichtig sind - nicht alle können über die öffentliche Hand und Daseinsfürsorge abgedeckt werden. Es stärkt die Lebenszufriedenheit, wenn Menschen sich an der Gestaltung ihres Umfeldes beteiligen können und die konstruktive Selbstwirksamkeit verhindert destruktive gesellschaftliche Tendenzen. Insofern bedeutet Arbeit von Bürgerstiftungen neben ihren primären Projektzielen auch Sinnstiftung, Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, Beitrag zur Befriedung von Konfliktlinien durch Dialog und Problemlösung.

Buller: Die Bürgerstiftung Potsdam hebt sich durch gutes, alltägliches Handeln für Potsdam ab. Wir beide kennen uns eigentlich aus einem Ihrer Projekte, das massiv dem Littering in Potsdam entgegentritt, nämlich dem Projekt PotsPRESSO. Was ist PotsPRESSO?
Glahr: PotsPRESSO ist ein stadtweites Pfandbechersystem, um den Bergen von Einwegbechern den Kampf anzusagen. Die Becher gibt es stadtweit bereits bei vielen Händlern, die to go verkaufen. Für 2 Pfand bekommt der Kunde sein Getränk im Potspresso-Becher, der biozertifiziert ist und den er nach dem Gebrauch überall abgeben.

Buller: Hat dieser Ansatz seit dem Beginn der Corona-Pandemie gelitten?
Glahr: Bei PotsPRESSO waren wir auf steilem Akquise-Kurs, aber momentan kämpft die Gastronomie vielerorts ums Überleben und das Thema Klima- und Umweltschutz und Müllvermeidung ist eher ins Hintertreffen geraten. Auch bei den Kund*innen greifen viele instinktiv lieber zum Einwegbecher, obwohl es hygienisch nicht geboten ist, da die Becher ebenso wie normales Geschirr einwandfrei aus der Gastro-Spülmaschine kommen.

Buller: Ich kann mir vorstellen, dass Corona für die Bürgerstiftung Potsdam auch grundsätzlich eine besondere Herausforderung darstellt. Wie schätzen Sie die Herausforderungen mit und nach Corona für die Bürgerstiftung ein?
Glahr: Corona ist für uns eine große Herausforderung und hat uns auch ausgebremst in vielen Projekten. Es ist schwierig für eine Organisation, die auf Gemeinschaft und Begegnung setzt, mit diesen Einschränkungen fertig zu werden. Aber wir sind kreativ und verschieben unsere Schwerpunkte und Wege in der Kommunikation und versuchen unsere Projekte zumindest teilweise aufrecht zu erhalten.

Buller: Wie geht es weiter mit der Bürgerstiftung Potsdam?
Glahr: Wir bleiben dran! Wichtig ist die Steigerung der Reichweite, um übersteigende Kund*innennachfrage auch wieder mehr Neu-Partner*innen zu akquirieren. Das einzige Positive an Corona: Viele Menschen haben für sich bemerkt, wie wichtig Solidarität und Gemeinschaft sind. Wir haben so viele Freiwillige wie noch nie, die bei uns ehrenamtlich mitmachen wollen. Das freut uns und kompensiert die Ausfälle in anderen Bereichen und das möchten wir gerne aus der Corona-Zeit mitnehmen in die Zukunft.

Buller: Ich bedanke mich für das Gespräch.


Toxic Lunch - Der Branchentalk ist am 24. September wieder zurück, dann wird Martin Bloomfield von York Associates aus York (Großbritannien) Gast sein und über Dyslexie und Führung sprechen.

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