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Interview mit Prof. Dr. Herbert Grüner

Montag , 07.03.2011

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<strong>Rektor der bbw Hochschule</strong><br />
Prof. Dr. oec. habil. Herbert Grüner

Rektor der bbw Hochschule
Prof. Dr. oec. habil. Herbert Grüner

Interview mit Prof. Dr. Herbert Grüner

Wirtschaftswissenschaftler, seit 2007 Professor an der Kunsthochschule Berlin, seit Beginn der 1990er-Jahre in verschiedenen Führungspositionen in Hochschulen und Unternehmen sowie unterschiedlichen hochschulpolitischen Gremien, Organisationen und Vereinigungen, seit Mai 2010 Rektor der bbw Hochschule.



Was ist für Sie das Reizvolle an der neuen Aufgabe?

Da gibt es Einiges! Ich komme aus staatlichen Hochschulen mit z. T. langer Tradition. Die bbw Hochschule ist hingegen eine private Hochschule - noch dazu sehr jung. Da sind Dinge möglich, die durch traditionelle und staatliche Strukturen nicht möglich wären. So ist die bbw Hochschule die einzige Hochschule, die so eng mit der Wirtschaft der Region Berlin-Brandenburg und den Unternehmensverbänden (UVB) verbunden ist. Das prägt und ermöglicht unser anwendungsbezogenes Profil in besonderer Weise. Zudem sind die Hierarchien flach - da gehen die Uhren anders und Ideen sind schneller umsetzbar. Ich freue mich, diese Hochschule als neuer Rektor zu führen, zu begleiten und mit prägen zu können.


Keine andere Stadt Deutschlands hat mit mehr als 30 Hochschulen und ca. 130.000 Studierenden eine so umfangreiche und differenzierte Hochschullandschaft wie Berlin. Da ist es als junge Hochschule sicherlich nicht leicht, noch einen Platz zu finden und ihn dauerhaft zu besetzen...

Richtig. Umso mehr Respekt ist der Aufbauleistung zu zollen. Es wurden drei Studiengänge mit einer großen Zahl von Vertiefungsrichtungen in nur drei Jahren implementiert und akkreditiert. Die Studierendenzahlen zeigen, dass wir damit im Sektor der angewandten Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften bereits einen guten Platz in der Hochschullandschaft der Metropolregion gefunden haben. Jedes Studium kann in Vollzeit und berufsbegleitend absolviert werden. Erst vor kurzem haben wir den ersten Studierenden der Ingenieurwissenschaften ihre Zeugnisse zum Bachelor of Engineering übergeben. Und es gibt neben Berlin schon Niederlassungen der bbw Hochschule in Frankfurt (Oder), Prenzlau und Hamburg. Der Vorteil der jungen bbw Hochschule liegt sicherlich auch in der guten Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und darin, dass wir als Mitglieder der bbw Gruppe von der Berliner und Brandenburger Wirtschaft und deren Unternehmensverbänden getragen werden. Zum bevorstehenden Wintersemester 2010/2011 werden wir mehr als 200 neue Studenten immatrikulieren.


Die bbw Hochschule ist überaus dynamisch gestartet. Wo soll es nun in den nächsten ca. 5 Jahren hingehen?

Wir wollen noch wachsen. Natürlich sehen wir uns nicht als neuer Uni-Riese und auch nicht als besonderes wissenschaftliches Excellenzcluster. Das sind andere. Wir wollen helfen, den Bildungsbedarf an kompetenten Fach- und Führungskräften der heimischen Wirtschaft zu decken. Dies ist eine Aufgabe, die besonders vor dem Hintergrund abnehmender Schülerzahlen wichtig ist. Wir sind auf dem Weg zu einer Metropolenhochschule, an der zumindest in der Region Berlin und Brandenburg kein Unternehmen mit Personalbedarf und kein Studieninteressent / keine -interessentin mit Lust auf anwendungsorientiertes Studieren vorbei kommt. Dazu wollen wir vor allem für Unternehmen noch attraktiver werden, die geeignete Mitarbeiter/-innern akademisch weiter qualifizieren wollen. Aber auch für Berufstätige, die sich durch ein Studium auf den nächsten Schritt ihrer Karriere vorbereiten wollen. Wir suchen die Menschen mit Kompetenzen und Potenzialen und weniger mit nur formalen Berechtigungen wie das Abiturzeugnis.


Studieren, auch ohne Abitur, mit Berufserfahrung und neben dem Beruf, ist das der entscheidende Wachstumsbereich?

Ja, ich gehe davon aus, dass die Studierendenzahlen der bbw Hochschule steigen werden - gerade im berufsbegleitenden Bereich. Dazu werden wir unser Angebot in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften ausbauen und noch stärker auf die Bedürfnisse der Studierenden und ihrer (potenziellen) Arbeitgeber ausrichten. Allerdings nicht, ohne unseren Anspruch an eine akademisch fundierte Hochschulausbildung zu verkleinern.


Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten aktuellen Herausforderungen?

Ich sehe an erster Stelle die Notwendigkeit, den Bedarf aus Praxis, Beruf und Unternehmen mit akademischem Wissen, Kenntnissen und Fertigkeiten zu decken. Hier orientieren wir uns an den Kompetenzen, die im Berufsleben tatsächlich gebraucht werden, um Unternehmen und deren Mitarbeiter/-innen zukunftsfähig zu machen. An zweiter Stelle ist die Durchlässigkeit zu nennen: Es müssen mehr Berufstätige mit entsprechendem Potential und praktischen Erfahrungen zu akademischen Abschlüssen kommen können. Auch wenn sie nicht über ein Abitur o. Ä. verfügen. Die dritte Herausforderung ist die Steuerung des Wachstums der Hochschule und parallel dazu die Umsetzung der Qualitätsstandards in Studium und Lehre.


Der neue Präsident der Freien Universität möchte künftig neue Lernkonzepte schaffen, z. B. mehr Kleingruppenarbeit umsetzen und individuelle Formen der Betreuung von Studierenden durch Mentoren einführen. Lernen die großen staatlichen inzwischen auch von den kleinen privaten Hochschulen?

Bestimmt! Das müssen sie. Aber jede Struktur hat ihre Vor- und Nachteile. Die Stärke der kleinen Hochschulen ist, dass sie im Allgemeinen flexibler und agiler sind. Jeder unserer Professorinnen und Professoren z. B. kennt hier jeden Studierenden persönlich und ist für sie/ihn buchstäblich von früh bis spät ansprech- und erreichbar. Da ist Studieren angenehmer und wahrscheinlich auch effektiver, als wir es aus den großen Hochschulen kennen. Soziales Lernen, Kleingruppenarbeit, E-Learning-Angebote, Praktika bei Partnerfirmen, kostenloses Bewerbungscoaching, optimale und straffe Studienorganisation - das ist neben der für eine wissenschaftsbasierte Ausbildung in gut ausgestatteten Seminarräumen und Laboren in kleineren Hochschulen wie der bbw Hochschule keine Zukunftsvision. Dieses Leistungsprofil ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, den wir bereits jetzt gut nutzen.


Sind Studierende an privaten Hochschulen aus Ihrer Sicht anspruchsvoller als an staatlichen?

Private Hochschulen bieten meist besondere Bedingungen, von denen Studierende profitieren. Zum Beispiel brauchen berufsbegleitend Studierende klare Strukturen und eine individuelle Betreuung für ein effektives Studium neben dem Beruf. Da muss alles passen. Sie sind deshalb in diesem Punkt sehr anspruchsvoll. Schließlich ist für sie Zeit kostbarer als für Vollzeitstudenten. Viele berufsbegleitend Studierende haben schon Familien, um die sich neben Studium und Beruf kümmern möchten. Das sind gestandene Leute, mit umfassenden Berufs- und Lebenserfahrungen, manche kommen schon aus Führungspositionen. Deren Wissen und Erfahrungen muss man berücksichtigen. Das ist für die Studierenden bereichernd - für das Studienorganisationsteam und die Lehrenden manchmal auch eine Herausforderung. Aber die geringen Abbruchraten zeigen, dass wir ihr gewachsen sind. Berufsbegleitend Studierende sind sehr zielorientiert. Sie haben Biss und deshalb überstehen sie die Doppelbelastung über ein paar Jahre auch recht gut. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen der Hochschule stimmen. Am Ende der ersten drei Jahre stehen jedenfalls beachtlich gute Ergebnisse, die zeigen: Rahmen und Inhalte stimmen!


Und inwiefern profitieren die Vollzeitstudenten von den Strukturen an privaten Hochschulen?

Sie profitieren natürlich auch von einer maßgeschneiderten Studienorganisation, von der Nähe zu den Professoren/-innen und der Nähe zur Wirtschaft. Außerdem erleben sie bei den berufstätigen Studierenden Karrieremuster und Berufsverläufe hautnah. Das kann die Motivation sehr stärken, zügig zu studieren und in die Praxis zu gehen.


Gibt es Vorteile, die große staatliche Hochschulen den kleinen gegenüber haben?

Sicherlich, einige. Zum Beispiel verfügen sie über deutlich mehr Ressourcen und können bestimmte Aufgaben umfassend bearbeiten - z. B. im Bereich der Forschung.


Ist Forschung auch ein Thema der bbw Hochschule?

Hochschule ohne Forschung geht eigentlich nicht! Jetzt, wo die Hochschule die Aufbauphase erfolgreich hinter sich gelassen hat, ist es aus meiner Sicht an der Zeit, sich mit diesem Thema stärker zu beschäftigen. Für die Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat müssen wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung klar herausarbeiten und dokumentieren. Wir konzipieren gerade eine Hochschulschriftenreihe, mit der wir in regelmäßigen Abständen herausragende Arbeiten von Studierenden und Aufsätze der Lehrenden der bbw Hochschule zu Themen der angewandten Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften veröffentlichen wollen. Dazu verstärken wir unsere Aktivitäten im Bereich von Tagungen zu aktuellen Themen in Wirtschaft und Technik - immer anwendungsbezogen. Erste Themenfelder zu Innovation und Mittelstand, Gesundheit in der Metropolregion und aktuellen Entwicklungen im Tourismus/ Eventbereich sind bereits abgesteckt. Solche Aktivitäten werden auch für die Lehre und unsere Studierenden fruchtbar zu nutzen sein.




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